{"id":11,"date":"2014-04-28T16:41:55","date_gmt":"2014-04-28T14:41:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dr-smoltczyk.de\/?page_id=11"},"modified":"2015-03-19T12:11:43","modified_gmt":"2015-03-19T10:11:43","slug":"sexualtherapie","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.dr-smoltczyk.de\/?page_id=11","title":{"rendered":"Sexualtherapie"},"content":{"rendered":"<p><b><i>Paartherapie nach dem Hamburger Modell<\/i><\/b><\/p>\n<p>Das Hamburger Modell der Paartherapie (Arentevicz und Schmidt 1980, 1986, 1993) wurde auf der Basis der Ans\u00e4tze von Masters &amp; Johnson (1970), Lobitz &amp; LoPiccolo (1972) und Kaplan et al. (1974) von dem Therapeutenteam der Hamburger Abteilung f\u00fcr Sexualforschung entwickelt. Es wird bereits seit den 70er Jahren empirisch \u00fcberpr\u00fcft und st\u00e4ndig weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Das Konzept der Paartherapie nach dem Hamburger Modell eignet sich f\u00fcr hetero- und homosexuelle Paare mit Problemen, die sich auch oder vor allem in der Sexualit\u00e4t bemerkbar machen. Es liegt eine sexuelle Funktionsst\u00f6rung (Erektionsst\u00f6rung, Ejaculatio praecox, Orgasmusst\u00f6rung, Vaginismus etc.) oder sexuelle Lustlosigkeit bei zumindest einem Teil des Paares vor. Voraussetzung der Behandlung ist, dass beide Partner die Probleme in der sexuellen Beziehung gemeinsam bearbeiten wollen.<\/p>\n<p>Auch wenn es sinnvoll ist, bei sexuellen Problemen eine paartherapeutische Behandlung zu machen, gibt es Situationen, in denen dies nicht m\u00f6glich ist oder nicht gew\u00fcnscht wird. Eine Einzelpsychotherapie bietet dann eine M\u00f6glichkeit, die Problematik f\u00fcr sich zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><b><i>Kontraindikation: Wann ist eine Behandlung ausgeschlossen?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Bei einer schweren akuten Drogen- oder Alkoholabh\u00e4ngigkeit sowie bei einer akuten Psychose ist von einer Behandlung nach diesem Modell abzusehen. Sonstige k\u00f6rperliche oder psychische Erkrankungen stellen nicht per se eine Kontraindikation dar. Es muss im Einzelfall gekl\u00e4rt werden, ob diese jedoch nicht prim\u00e4r behandelt werden sollten.<\/p>\n<p><b><i>Konzept: Was passiert in der Therapie?<\/i><\/b><\/p>\n<p>Es erfolgt ein gemeinsames Erstgespr\u00e4ch, in dem die Problemstellung erhoben wird. Danach folgen mit beiden Partnern Einzelgespr\u00e4che. Hier werden ausf\u00fchrliche Anamnesen erhoben, d.h. es wird die individuelle Vorgeschichte anhand von biografischen Daten und Stationen der psycho-sexuellen Entwicklung festgehalten. Als n\u00e4chstes folgt das sog. \u201eRound-table\u201c-Gespr\u00e4ch, in dem die Ergebnisse aus den Einzelgespr\u00e4chen besprochen werden. Hier erf\u00e4hrt das Paar, wie ich als Therapeutin die jeweilige Lebensgeschichte und die darin verwobenen sexuellen Lernerfahrungen verstanden habe. Ich schildere meinen Eindruck, den ich gewonnen habe und meine Vermutungen, wie die aktuelle Problematik des Paares vor dem Hintergrund der pers\u00f6nlichen Erfahrungen verstanden werden kann und mit ihnen in Verbindung stehen k\u00f6nnte. Gemeinsam mit dem Paar werden durch dessen Best\u00e4tigung, Korrektur bzw. Erg\u00e4nzung erste \u00dcberlegungen zum n\u00e4heren Verst\u00e4ndnis des aktuellen Problems und zur Bedeutung und Funktion der Sexualit\u00e4t und ihrer Schwierigkeiten in der Paarbeziehung entwickelt. So kann sich eine neue Perspektive auf das Symptom und seine dahinter liegende Dynamik er\u00f6ffnen. Der Symptomtr\u00e4ger\/die Symptomtr\u00e4gerin hat niemals die alleinige Verantwortung f\u00fcr die sexuellen und partnerschaftlichen Schwierigkeiten. Es handelt sich stets um das Zusammenwirken zweier Lebensgeschichten. Besteht nach diesen ersten Gespr\u00e4chen auf allen Seiten gen\u00fcgend Vertrauen und Bereitschaft zur Zusammenarbeit, so kann die zweite Phase der Therapie beginnen. Hier gibt es ein klares Schema, dem jedes Paar seinem Tempo gem\u00e4\u00df individuell folgt. Verschiedene \u201e\u00dcbungen\u201c, die den Charakter des Experimentierens haben, laden zu Erfahrungen mit sich selbst und dem Partner\/der Partnerin ein. Sie werden zu Hause durchgef\u00fchrt, und dann in der n\u00e4chsten Sitzung besprochen. Neue Erlebnisweisen, tief greifende Einsichten und Ver\u00e4nderungen werden so m\u00f6glich. Der h\u00e4ufig bestehende Leistungsdruck, eingefahrene destruktive Muster werden abgebaut und beginnen einer neuen Intimit\u00e4t und Sexualit\u00e4t zu weichen. Nach Beendigung der Therapie gibt es das Angebot eines Nachgespr\u00e4chs nach ungef\u00e4hr sechs Monaten, um Ver\u00e4nderungen und Auswirkungen der Therapie zu reflektieren. Nat\u00fcrlich besteht jederzeit die M\u00f6glichkeit zur erneuten Kontaktaufnahme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paartherapie nach dem Hamburger Modell Das Hamburger Modell der Paartherapie (Arentevicz und Schmidt 1980, 1986, 1993) wurde auf der Basis der Ans\u00e4tze von Masters &amp; Johnson (1970), Lobitz &amp; LoPiccolo (1972) und Kaplan et al. (1974) von dem Therapeutenteam der Hamburger Abteilung f\u00fcr Sexualforschung entwickelt. 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